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Sozialsystem Familie
pp. 189-209
Abstrakt
Will man die Familie als ein soziales System beschreiben,* muß man eine Reihe von nicht jedem sofort einleuchtenden Theoriedispositionen hinter sich bringen. In der Alltagserfahrung von Familien und mit Familien fällt das hohe Maß an Personorientierung auf. Alle, die zu einer Familie gehören, sind einander persönlich bekannt und kennen sich zumeist besser, als es im Verhältnis zu Außenstehenden normal ist. Begreift man unter System ein eher unpersönliches Arrangement, wird deshalb unverständlich, wieso man Familien als soziale Systeme ansehen kann Man mag einen "analytischen" Systembegriff konzedieren, hat dann aber das Problem, wieso dieser auf Familien anwendbar sein soll, wenn Familien keine Systeme sind.
Publication details
Published in:
Luhmann Niklas (2005) Soziologische Aufklärung 5: konstruktivistische Perspektiven. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Seiten: 189-209
DOI: 10.1007/978-3-663-11449-9_9
Referenz:
Luhmann Niklas (2005) Sozialsystem Familie, In: Soziologische Aufklärung 5, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 189–209.