Repository | Buch | Kapitel
Bildungsanspruch und Interaktionswirklichkeit
pp. 171-193
Abstrakt
Der Beitrag widmet sich der Frage, in welches Verhältnis sich das universitäre Seminar und der klassenöffentliche Unterricht durch ihre Interaktionspraxen zu einem herausgehobenen Bildungsanspruch setzen. Empirisch stehen dabei die "turn-taking"-Regeln, die die Rederechtsverteilung im Universitätsseminar und im klassenöffentlichen Unterricht organisieren, im Zentrum. Es wird argumentiert, dass der klassenöffentliche Unterricht auf der Ebene seiner "turn-taking"-Organisation den Anspruch, seine Adressaten in einem gehaltvollen Sinne zu bilden, deutlich unterbietet, während die Rederechtsverteilung im universitären Seminar tatsächlich einen herausgehobenen Bildungsanspruch erkennen lässt. Dieser, so wird anhand einiger typischer Interaktionsphänomene gezeigt, kann jedoch von der konkreten Interaktionspraxis des Seminars nicht stabil eingelöst werden. Es ist diese Interaktionsinstabilität, so eine zentrale These des Beitrags, die in dem Deutungsmuster, dass die universitäre Lehre zu "verschulen" drohe, vor allem bearbeitet wird.
Publication details
Published in:
Kleeberg-Niepage Andrea, Rademacher Sandra (2018) Kindheits- und Jugendforschung in der Kritik: (Inter-)Disziplinäre Perspektiven auf zentrale Begriffe und Konzepte. Dordrecht, Springer.
Seiten: 171-193
DOI: 10.1007/978-3-658-17090-5_8
Referenz:
Wenzl Thomas (2018) „Bildungsanspruch und Interaktionswirklichkeit“, In: A. Kleeberg-Niepage & S. Rademacher (Hrsg.), Kindheits- und Jugendforschung in der Kritik, Dordrecht, Springer, 171–193.