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Eine Soziologie der Stadt
pp. 111-126
Abstrakt
Mit Georg Simmel beginnt in Deutschland die Soziologie der modernen Großstadt. Stadt ist für ihn nicht nur ein Ort, wo Gesellschaft sichtbar wird, sie ist ihrerseits ein eigenständiger Faktor des Sozialen. In der großen Stadt ergeben sich enge Wechselwirkungen zwischen Größe, Dichte und Heterogenität der Bevölkerung, funktionalen Notwendigkeiten, der Geldwirtschaft und einer hoch differenzierten Arbeitsteilung. Diese Wechselwirkungen prägen die großstadttypische Lebensweise, die Simmel als blasiert, gleichgültig, distanziert und intellektualisiert beschreibt. Die urbane Lebensweise, eine differenzierte Arbeitsteilung und die Geldwirtschaft sind wiederum Voraussetzungen für Individualisierung. Die urbane Lebensweise ist auch eine Bedingung für gelingende Integration des Fremden in der Stadt. Den Schluß bilden Überlegungen zu Analogien zwischen dem großstädtischen Sozialcharakter, der Figur des Fremden und der Rolle der Soziologie.
Publication details
Published in:
Lautmann Rüdiger, Wienold Hanns (2018) Georg Simmel und das Leben in der Gegenwart. Dordrecht, Springer.
Seiten: 111-126
DOI: 10.1007/978-3-658-21427-2_7
Referenz:
Siebel Walter (2018) „Eine Soziologie der Stadt“, In: R. Lautmann & H. Wienold (Hrsg.), Georg Simmel und das Leben in der Gegenwart, Dordrecht, Springer, 111–126.