Max Scheler
Gesellschaft

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198656

Der konstruktivistische Strukturfunktionalismus Piagets

Werner Stangl

pp. 256-270

Abstrakt

Die in neuerer Zeit in der Psychologie erwachende Popularität von PIAGETs Arbeiten macht es teilweise sehr schwer, einen echten Überblick über sein Werk zu gewinnen. Das liegt einerseits daran, daß es nicht nur äußerst umfangreich ist, sondern auch daran, daß PIAGET im Verlaufe seiner jahrzehntelangen Forschungen immer Veränderungen und Verbesserungen seiner Theorien vornahm. Ein wesentliches Merkmal der Rezeption der PIAGETschen Gedanken ist aber die Tatsache, daß viele seiner theoretischen Begriffe einfach falsch verstanden bzw. interpretiert wurden (vgl. FURTH 1972, S. 14f; V. GLASERSFELD 1987, S. 221). Auf einige dieser "Mißverständnisse" ist im folgenden auch einzugehen. Das beginnt schon bei der Bezeichnung seines Konzeptes. Ich habe hier den Begriff des Strukturfunktionalismus im Anschluß an die Überlegungen von HERZOG (1984) gewählt, da er sowohl den theoretischen als auch den praktischen Aspekt seines Modells umfaßt. PIAGET selber bezeichnete sich selber oft als "Relativist" im nichtskeptischen Sinn des Wortes, aber auch die Bezeichnung "Aktivist", die ihm einige Kommentatoren verliehen haben, scheint recht gut auf ihn zu passen (vgl. INHELDER 1972, S. 47). Das alles verweist darauf, wie schwierig PIAGET in die traditionellen wissenschaftstbeoretischen Kategorien einzuordnen ist.

Publication details

Published in:

Stangl Werner (1989) Das neue Paradigma der Psychologie: die Psychologie im Diskurs des radikalen Konstruktivismus. Wiesbaden, Vieweg+Teubner.

Seiten: 256-270

DOI: 10.1007/978-3-322-91117-9_14

Referenz:

Stangl Werner (1989) Der konstruktivistische Strukturfunktionalismus Piagets, In: Das neue Paradigma der Psychologie, Wiesbaden, Vieweg+Teubner, 256–270.