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Das Problem des Deduktivismus
pp. 100-127
Abstrakt
In diesem Abschnitt wird dem deduktivisdschen Aspekt des Erkenntnisprozesses nachgegangen, also jenem, der bereits von vorhandenen theoretischen Strukturen ausgeht. Während der induktivistische Zweig des Erkenntnisprozesses jenen Bereich wissenschaftlichen Handelns betrifft, mit dessen Hilfe man zu Erkenntnis gelangt, betrifft der deduktivistische jenen, mit dem man die Struktur des Wissens zur Erklärung und zur Prognose verwenden kann. Man könnte vereinfachend die induktivistische Strategie auch dadurch kennzeichnen, daß mit ihr zunächst eine Beschreibung der "Realität" versucht wird, während die deduktivistische vornehmlich auf Erklärung und Prognose gerichtet ist. Da in den Naturwissenschaften weitgehend abgeklärt ist, daß eine induktive Strategie zur Erlangung von sicherem Wissen erkenntnistheoretisch nicht realisierbar ist (s.o.), versucht man auf deduktivem Wege das — auf weitgehend ungeklärte Art zustandegekommene — Gesetzeswissen durch Erprobung zu vermehren bzw. abzusichern, d.h., einen Ersatz für die eigentlich notwendige Induktion zu finden.
Publication details
Published in:
Stangl Werner (1989) Das neue Paradigma der Psychologie: die Psychologie im Diskurs des radikalen Konstruktivismus. Wiesbaden, Vieweg+Teubner.
Seiten: 100-127
DOI: 10.1007/978-3-322-91117-9_5
Referenz:
Stangl Werner (1989) Das Problem des Deduktivismus, In: Das neue Paradigma der Psychologie, Wiesbaden, Vieweg+Teubner, 100–127.