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Logik und Wissenschaftstheorie
pp. 124-130
Abstrakt
Im klassischen Pragmatismus bildet Wissenschaft keinen eigenständigen oder überlegenen Zugang zu den Dingen, sondern gewöhnliche Erfahrung geht der logisch strukturierten, wissenschaftlichen Beschreibung immer voraus. Der Mensch ist in natürliche Prozesse eingelassen, insofern spielen die Naturwissenschaften zwar eine große Rolle (insbesondere auch als methodologisches Vorbild, das Experiment und Fallibilismus beinhaltet), sie werden aber dennoch nicht reduktionistisch als einziger Zugang zu den natürlichen Phänomenen postuliert. Ausgangspunkt der Methodologie sind also der Primat der Praxis und ein spezifischer (nicht-szientifisch-reduktionistischer) Naturalismus. Die wissenschaftliche Theorie wird dann als begrifflich vermittelte Reflexions- und Abstraktionsleistung der gewöhnlichen Erfahrung verstanden, die durch Rückkopplungen aber stets mit ihr verbunden bleibt. In seiner Logik kennzeichnet John Dewey dieses Verhältnis von Wissenschaft und »gesundem Menschenverstand«:
Publication details
Published in:
Festl Michael (2018) Handbuch Pragmatismus. Stuttgart, Metzler.
Seiten: 124-130
DOI: 10.1007/978-3-476-04557-7_17
Referenz:
Massing Tina, Moskopp Werner (2018) „Logik und Wissenschaftstheorie“, In: M. Festl (Hrsg.), Handbuch Pragmatismus, Stuttgart, Metzler, 124–130.