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Die Möglichkeit einer radikal konstruktivistischen Lerntheorie
pp. 317-334
Abstrakt
Aus der Sicht des Radikalen Konstruktivismus, insbesondere unter dem oben besprochenen Aspekt der Konstruktion von Wissen und Erkenntnis als Konstruktion und Aufrechterhaltung von Invarianten, muß man sich die Frage stellen, wie beschrieben und erklärt werden kann, daß ein Organismus in der Lage ist, Erfahrungen zu bilden, d.h., zu lernen. Es ist in der Psychologie unstrittig, daß unser Gedächtnisbesitz im Laufe der Ontogenese erworben wird und ständigen Veränderungen unterworfen ist Damit steht natürlich die Frage im Raum, wie dieser Besitz erworben werden kann. "Dies ist die Frage nach den prinzipiellen Mechanismen des Lernens und die Frage nach spezifischen Mechanismen und Bedingungen des Erwerbs spezifischer Repräsentationen oder Repräsentationsarten" (ENGELKAMP & PECHMANN 1988, S. 10). Traditionellerweise wird im Repräsentationismus Lernen als eine Form des passiven Aufnehmens von Umweltinformationen betrachtet, doch führt eine solche Annahme zu dem bekannten unendlichen Regreß, denn es stellt sich stets die Frage, wie wissen wir, daß wir wissen usw. (vgl. RICHARDS & V. GLASERSFELD 1987, S. 210).
Publication details
Published in:
Stangl Werner (1989) Das neue Paradigma der Psychologie: die Psychologie im Diskurs des radikalen Konstruktivismus. Wiesbaden, Vieweg+Teubner.
Seiten: 317-334
DOI: 10.1007/978-3-322-91117-9_18
Referenz:
Stangl Werner (1989) Die Möglichkeit einer radikal konstruktivistischen Lerntheorie, In: Das neue Paradigma der Psychologie, Wiesbaden, Vieweg+Teubner, 317–334.